Mittwoch, 23. Februar 2011

Walser, Lenin und das Birnenbrot

Robert Walser habe Lenin, seinen Nachbarn an der Spiegelgasse in Zürich, bei ihrem einzigen Treffen gefragt, ob er das Glarner Birnenbrot auch so gern habe. Ein weiteres Treffen ist nicht verbürgt, was aber nicht ausschliesst, dass es nicht doch zu kurzen, nachbarschaftlichen Begegnungen und dem gegenseitigen Aushelfen mit Zucker und Eiern gekommen ist. Ich stelle mir das so vor: Lenin sitzt grade über seinen Aprilthesen, als Walser klingelt, und für Lenin, der grade nicht mehr weiterkommt, ist das eine willkommene Ablenkung. Walser fragt nach Mehl für sein Glarner Birnenbrot. Lenin schaut in seinen Küchenschränken nach, doch findet er kein Mehl, als Revolutionär interessiert ihn Mehl natürlich wenig. Auch Marx schrieb nicht über Mehl, denkt sich Lenin.Vielleicht haben die Dadaisten unten welches“, versetzt er mit entschuldigender Miene. Walser geht daraufhin nach unten, vor dem Cabaret Voltaire stehen Hugo Ball und Hans Arp und rauchen. Walser tritt zu ihnen und fragt nach Mehl. Hugo Ball sagt, er habe kein Mehl. Hans Arp greift in die Rocktasche und überreicht Robert Walser drei Handvoll Mehl. Robert Walser bedankt sich, geht nachhause und bäckt sein Glarner Birnenbrot.

- Ignaz K. Rhabarber


Kommentare:

  1. ... jaja, damals hatte ich marx' gesamtwerk ja noch nicht ganz durch und wusste nicht, dass er sich sehrsehr wohl mit mehl beschäftigte => WIKIPEDIA hat mich heut eines besseren belehrt. mit liebem gruss dem herrn rhabarber, freundlichst und erhabenst, wladimir

    ohjemine:

    Grundformel
    Die Profitrate (im Sinne der Kapitalanalyse von Karl Marx) drückt das Verhältnis aus, zwischen dem erzeugten Mehrwert m und dem zu dieser Erzeugung notwendigen Einsatz an Kapital C. Das Kapital C setzt sich zusammen aus dem konstanten Kapital c (also Kapital für Maschinerie, Bauten, Roh- und Hilfsstoffe, Halbfabrikate) und aus dem variablen Kapital v, der Lohnsumme für die eingesetzte Arbeitskraft: C = c + v
    Formal drückt sich die Profitrate p aus als:

    Umschlagshäufigkeit des Kapitals
    Bei obiger Formel kann nicht einfach der Wert eines Mühlengebäudes, das neunzig Jahre hält, zum Wert des Getreides, das noch am selben Tag zu Mehl gemahlen wird, zu „konstantem Kapital“ summiert werden, vielmehr müssen die unterschiedlichen Lebensdauern der Bestandteile des konstanten Kapitals beachtet werden oder anders ausgedrückt, die unterschiedlichen Umschlagshäufigkeiten des Kapitals.

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  2. Was Marx damit ausdrücken wollte, war, dass Mehl die einzig harte Währung ist, Monsieur Uljanow. Das steht in allen Werken Marx als Conclusio zuhinterst, nur hält kaum einer solange durch.

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